Schulung ehrenamtliche  Helfer

Februar ‘07

23 Helferinnen und Helfer entlasten pflegende Angehörige
Erster Kurs beendet – Demenzerkrankungen nehmen zu

                                                                                                                   Rain (ma).

Abgeschlossen wurde jetzt ein erster Lehrgang „Schulung von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen nach dem Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz“, der im Medienraum der Rainer Sozialstation stattfand. Lehrgangsleiter Gerhard Wagner, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, unterrichtete an fünf Freitagen jeweils von 9 bis 16 Uhr (40 Fortbildungseinheiten zu je 45 Minuten) 23 Kursteilnehmer über wesentliche Aspekte für ihren künftigen Einsatz.

Die Freude, dass alle 23 Interessenten „durchgehalten“ hatten, war nicht nur den jetzt ausgebildeten Helferinnen und dem Helfer – auch ein Mann hatte mitgemacht! – anzusehen. Den herzlichen Dank sprach ihnen auch Stadtpfarrer Johann Menzinger, 1. Vorsitzender des Vereins für ambulante Krankenpflege, Beiratsvorsitzender Hans Hönig, Sozialstations-Geschäftsführerin Marille Meisinger und Pflegedienstleiter Helmut Endter aus. Besonders dankte der Vorsitzende dem Kursleiter, der den weiten Weg bis von Nürnberg gerne auf sich genommen hatte. „Wir sind froh über Ihren künftigen ehrenamtlichen Dienst, weil Sie pflegenden Angehörigen die Möglichkeit eröffnen, einmal ein paar Stunden oder gar einen halben Tag auszuspannen“, sagte der Stadtpfarrer. Es sei auch daran gedacht, Menschen mit Demenz in einer Gruppe zu betreuen und sinnvoll zu beschäftigen.

Demenz ist eine degenerative Erkrankung des Gehirns, wobei die Erkrankung „Alzheimer“ am bekanntesten ist. Allen Formen der Demenz liegen chronische Abbauprozesse im Gehirn zugrunde, die man bis jetzt weder verhindern, noch stoppen kann. Es wird nicht nur das Gedächtnis beeinträchtigt, sondern auch weitere geistige Funktionen, wie etwa Desorientiertheit zur Zeit, zur Situation, zum Ort oder zur Person, laufen nicht mehr „normal“ ab. Zusätzlich zu diversen psychischen Veränderungen beobachten die Angehörigen Beeinträchtigungen der Alltagsfähigkeiten. Hauptsächlich ältere Menschen – in Deutschland über eine Million, Tendenz steigend! - sind von dieser Erkrankung betroffen. Etwa 600000 bis 700000 Demenzkranke werden von Familienangehörigen gepflegt, die oft durch die enormen Belastungen dieses Dienstes selbst in physische und psychische Schwierigkeiten geraten. Nicht selten bemerkt man körperliche Erschöpfung, psychosomatische Krankheiten und Depressionen. Zuweilen entstehen Spannungen, die sich in physischer und psychischer Gewalt „entladen“.

Den jetzt ausgebildeten Helfern wurde zuerst einmal ein Basiswissen über das Krankheitsbild „Demenz“ vermittelt. Dann erhielten sie einen Überblick über das gerontopsychiatrische Versorgungssystem und die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen der Pflege und ihres künftigen Einsatzes. Breiten Raum nahm das Thema „Situation der pflegenden Personen“ ein. Dabei erfuhren sie, dass es pflegenden Angehörigen oft schwer fällt, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Großen Wert legte der Kursleiter auch auf das Thema „Umgang mit Erkrankten, Überblick über therapeutische Ansätze, Grundhaltungen und Einstellungen“. Das wohl wichtigste und umfangreichste Kursthema lautete „Methoden und Möglichkeiten der Betreuung und Beschäftigung“. Schließlich wurden die Kursteilnehmer mit den Modalitäten ihres ersten Einsatzes und mit grundlegenden Aspekten der Gesprächsführung vertraut gemacht. Beim „Abschlussgespräch“ wurde noch einmal alles rekapituliert. „Reine Formsache“ war dann, dass alle in Anerkennung ihres guten Mitmachens eine Teilnahmebestätigung erhielten.

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Ein erster Lehrgang „Schulung von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen nach dem Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz“, der im Medienraum der Rainer Sozialstation stattfand, wurde erfolgreich abgeschlossen. 22 Helferinnen und ein Helfer erhielten von Kursleiter Gerhard Wagner (vorne, 3. von rechts) die begehrten Teilnahmebestätigungen. Den Dank an den Kursleiter und die Kursteilnehmer sprachen Stadtpfarrer Johann Menzinger, Sozialstations-Geschäftsführerin Marille Meisinger, Beiratsvorsitzender Hans Hönig und Pflegedienstleiter Helmut Endter (von links) aus.

Bild: Arloth

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